Die Libanesische Republik

    Hauptstadt: Beirut
    Staatsform: Parlamentarische Demokratie
    Amtssprache : Arabisch
    Fläche: 10.452 km²
    Einwohnerzahl: 3.820.000 (2005, geschätzt)
    Bevölkerungsdichte: 365 Einwohner pro km²
    BIP/Einwohner: 4.928 US-$(2004)
    Währung: Libanesisches Pfund (LBP)
    Unabhängigkeit: am 22. November 1943
    Nationalhymne: Kulluna lil-Watan lil-Ula lil-Alam
    Zeitzone: UTC +2h
    Kfz-Kennzeichen: RL
    Internet-TLD: .lb
    Telefonvorwahl: +961

Die Libanesische Republik ist 10.452 qkm gross und erstreckt sich über 250 km an der Östlichen Mittelmeerküste. Libanon zählt zu den schönsten Ländern im Mittelmeerraum mit vielen abwechslungsreichen Landschaftsbild und milden Klimazonen.
Das Land gliedert sich in vier Landschaftszonen, die parallel zur Küste verlaufen:

-Der 225 km lange, schmale steile Küstenstreifen, welcher sich nur im Norden und Süden ausweitet.
-Das stark zerkläftete Libanon-Gebirge, das bis zu 3.000 m hoch ist.
-Die fruchtbare Bekaa-Ebene, die im Regenschatten des Libanon-Gebirges liegt, jedoch aufgrund von künstlicher Bewässerung sehr fruchtbar ist.
-Der trockene Antilibanon-Gebirgszug und der Hermon, der die Grenze zu Syrien bilden.

Der Litani ist mit 140 km der längste Fluss des Libanons, dessen Lauf vollständig innerhalb des Staatsgebietes liegt.

Klima

Entsprechend den Unterschieden in der Landschaft des Libanons, ist auch das Klima sehr unterschiedlich. An der Küste herrscht mediterranes Klima mit trockenen, warmen Sommern und feuchten, regenreichen Wintern. Im Gebirge herrscht ausgesprochenes Gebirgsklima, wobei auch hier der Hauptniederschlag im Winter füllt und dann hauptsächlich in Form von Schnee. An der Grenze zu Syrien herrscht ein trockenes Steppenklima, welches den übergang zum Wüstenklima des südlichen Syriens und Jordaniens bildet.

Bevölkerung

Der Libanon hat ca. 3,8 Millionen Einwohner (Stand 2005, geschätzt). Davon sind etwa 95 % arabischer, 4 % armenischer Abstammung, 1 % anderer Abstammung. Im Land verteilt leben kurdische sowie etwa 360.000 palästinensische Flüchtlinge und assyrische Christen verschiedener Konfessionen. In den ersten Jahren des Bürgerkriegs verliessen vermutlich mehr als eine halbe Million Menschen das Land.

Sprachen

Die grosse Mehrheit der Libanesen spricht Arabisch (libanesische Dialekte), Minderheiten sprechen Armenisch, Kurdisch und Aramäisch. Neben Arabisch ist auch Französisch als Verkehrs- aber auch Elitesprache verbreitet, und in letzter Zeit auch Englisch als Drittsprache.

Religion

18 anerkannte Religionsgemeinschaften (etwa ein Drittel Christen und zwei Drittel Muslime); grösste Gruppen: Schiiten, Sunniten, Maroniten, Griechisch-Orthodoxe, Griechisch-Katholiken, Drusen, Armenier (orthodoxe und katholische).


Geschichte

Seit dem Altertum spielten den Libanon einbeziehende Königreiche und Handelsrepubliken (Tyros, Sidon) eine bedeutende Rolle in Vorderasien und dem östlichen Mittelmeer. Der politische Vorläufer des Libanon war eine bis 1916 von einem christlichen Armenier als Gouverneur gefährte autonome Provinz innerhalb des Osmanischen Reiches. Ab 1920 war er französisches Mandatsgebiet. Der Libanon erklärte am 26. November 1941 seine Unabhängigkeit, Der unabhängige Libanon war Gründungsmitglied der Vereinten Nationen, bei dessen Gründungsversammlung in San Francisco im Februar 1945 der libanesische Delegation eine dominierende Rolle spielte und wesentliche Teile der UN-Charta und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte mitverfasste. Am 22. November 1943 fand die Wiedereinsetzung durch libanesische Amtsträger statt, dies ist zugleich auch der offizielle Unabhängigkeitstag. Wegen seiner wirtschaftlichen Stabilität und politischen Neutralität (1949 - 1969) wurde der stark westlich bzw. französisch geprägte Libanon in den 1950er und 1960er Jahren auch als -Schweiz des Orients- bezeichnet. Die Hauptstadt Beirut galt bis zum Bürgerkrieg 1984 sogar als -Paris des Nahen Ostens-.

Bürgerkrieg im Libanon

Von Mitte der 1970er Jahre bis 1990 wurde das Land von einem Bürgerkrieg heimgesucht. Der Bürgerkrieg nahm im April 1975 mit dem Ausbruch offener Gefechte zwischen der maronitischen Phalange-Miliz und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) seinen Anfang. Vorausgegangen war eine Reihe wechselseitig verübter Anschläge und kleinerer Massaker zwischen diesen Gruppierungen. Ursache des Bürgerkrieges war der Verlust des ethnischen Gleichgewichts nach der Ankunft der im Schwarzen September 1970 aus Jordanien vertriebenen bewaffneten Kräfte der PLO. 1976 marschierten syrische Soldaten im Libanon ein und griffen auf Seiten der christlichen Fraktion in den Krieg ein. 1978 griff Israel das erste Mal in den Konflikt ein, dann besetzte 1982 den Süden des Landes bis Beirut mit der Behauptung die PLO aus dem Libanon zu vertreiben. Dieser wurde unter Aufsicht durch eine multinationale Schutztruppe, überwiegend amerikanische und französische Soldaten, durchgeführt. Am 17. September 1983 beschiesst die US Navy erstmals Stellungen der Syrer in der Nähe von Beirut. Die multinationale Friedenstruppe verliess allerdings 1983 den Libanon, nachdem am 23. Oktober 1983 bei zwei Bombenanschlägen auf die multinationalen Hauptquartiere mehrere Soldaten getötet wurden. 1985 richtete Israel eine Schutzzone im Vorfeld der israelischen Grenze ein. Das Abkommen von Taif schuf erst 1989 die Grundlage für die Beendigung des Bürgerkrieges. Der Bürgerkrieg forderte 90.000 Todesopfer, 115.000 Verletzte und 20.000 Vermisste. 800.000 Menschen flohen ins Ausland. Mit dem syrisch-libanesischen Vertrag (Mai 1991) übernimmt Syrien seine Funktion als Ordnungsmacht im Libanon. Nach dem Bürgerkrieg bombardierte die israelische Armee wiederholt Stellungen im gesamten Libanon und besonders im Südlibanon. Die israelische Armee zog sich am 24. Mai 2000 aus dem Libanon zurück aber sie lässt die libanesischen Schebaa-Farmen unter Ihre Besatzung.

Intervention Israels im Libanon
Vom 12. Juli 2006 bis zum 14. August 2006 führte Israel einen Krieg gegen Libanon, nachdem diese zwei israelische Soldaten im Israelisch-Libanesischen Grenzgebiet entführt worden. Die Hisbollah reagierte mit von libanesischem Territorium abgefeuerten Raketen auf Ziele im Norden Israels. Die israelischen Luftangriffe und Bodenoffensiven verursachten massive Zerstörungen im gesamten Land. Bei dem Krieg starben über 1100 Libanesen, die Mehrheit sind Zivilisten. Der Süden des Landes ist im Rahmen der UNO-Resolution 1701 der internationalen Friedenstruppe UNIFIL und der libanesischen Armee unterstellt.

Politik

Der Libanon ist seit 1926 eine Republik und die einzige parlamentarische Demokratie im arabischen Raum. Der Libanon ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen seit 1945, die libanesische Delegation verfasste wesentliche Teile der UN-Charta und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Verfassung von 1926 wurde zuletzt 1999 geändert. Das Parlament (Nationalversammlung) mit 128 Mitgliedern (je zur Hälfte Christen und Muslime) wird alle 4 Jahre gewählt. Die vier höchsten Staatsämter sind Mitgliedern bestimmter religi&uoml;ser Gruppen vorbehalten: Das Staatsoberhaupt muss maronitischer Christ sein, der Regierungschef muss sunnitischer Muslim sein, der Parlamentspräsident muss schiitischer Muslim sein, der Oberbefehlshaber der Armee muss Christ sein. Die Wahl des Staatsoberhauptes erfolgt alle 6 Jahre durch das Parlament (keine unmittelbare Wiederwahl). Das Wahlrecht besteht ab 21 Jahre.

Politik

Der Libanon ist seit 1926 eine Republik und die einzige parlamentarische Demokratie im arabischen Raum. Der Libanon ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen seit 1945, die libanesische Delegation verfasste wesentliche Teile der UN-Charta und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Verfassung von 1926 wurde zuletzt 1999 geändert. Das Parlament (Nationalversammlung) mit 128 Mitgliedern (je zur Hälfte Christen und Muslime) wird alle 4 Jahre gewählt. Die vier höchsten Staatsämter sind Mitgliedern bestimmter religi&uoml;ser Gruppen vorbehalten: Das Staatsoberhaupt muss maronitischer Christ sein, der Regierungschef muss sunnitischer Muslim sein, der Parlamentspräsident muss schiitischer Muslim sein, der Oberbefehlshaber der Armee muss Christ sein. Die Wahl des Staatsoberhauptes erfolgt alle 6 Jahre durch das Parlament (keine unmittelbare Wiederwahl). Das Wahlrecht besteht ab 21 Jahre.

Wirtschaft

Währung
1 Libanesisches Pfund, Kürzel LBP, auch LL (livres libanais) (ISOcode) = 100 Piaster 1 € = 1.840 L£; 1 USD = 1.440 L£ (Stand: 13. Juli 2006) überall wird US-Dollar (USD), der im Land Zweitwährung ist, angenommen. Es kommt vor, dass man in Dollar zahlt und in Pfund herausbekommt und umgekehrt.
Import
18,2 % Ernährungsgüter, 21,8 % Maschinen und Elektroausrüstung, 8,9 % Transportmittel, 12,0 % chem. Erzeugnisse, 17,6 % mineralische Rohstoffe, 6,1 % Metalle und Metallprodukte, 5,7 % Textilien, 6,8 % Edel- und Halbedelsteine
Export
18,8 % Ernährungsgüter, 17,8 % Schmuckwaren, 14,9 % chem. Erzeugnisse, 10,5 % Maschinen und Elektrogeräte, 8,8 % Metalle und Metallprodukte, 7,4 % Papier und -produkte. Das strenge Bankgeheimnis des Libanon bringt ihm auch den Beinamen "Schweiz des Ostens" ein.

Einreisebestimmungen

Für die Einreise in den Libanon benötigt man ein Visum, das vor der Reise oder am Tag der Einreise am Beiruter Flughafen beantragt werden muss. Der Reisepass muss bei der Abreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Reisende, die sich zuvor in Israel aufgehalten haben, werden, wenn dieses aus dem Reisedokument ersichtlich ist (Einreisestempel o. ä.), regelmäissg an der Grenze zurückgewiesen, auch wenn bereits ein Visum erteilt wurde. Deutsch-libanesische Doppelstaater und Doppelstaater anderer arabischer Herkunft riskieren zusätzlich eine Festnahme, da für diesen Personenkreis ein Israel-Aufenthalt einen Straftatbestand darstellt. Ein direkter Grenzübertritt von Israel nach Libanon oder umgekehrt ist nicht möglich, da die Grenze zwischen Israel und Libanon geschlossen ist. (Auswärtiges Amt, 5. Oktober 2004) Bei Einreise aus Syrien oder per Flugzeug wird ein einmonatiges, kostenloses Touristen-Visum an der Grenze erteilt. (Stand, Feb 2006)
























































































Waisenkinderprojekt Libanon e.V. • Postfach 3926 • D-37029 Göttingen
www.wkpl.de